Fragen & Antworten

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Außerdem ein interessanter Link mit 5 wichtigen Fakten zu Deutschlands Flüchtlingen.


Wieviele Flüchtlinge leben in Rottach-Egern?

In der Traglufthalle am Birkenmoos leben im Moment ca. 90 Asylbewerber. Wöchentlich kommen neue hinzu und wir rechnen bis Ende März 2016 mit der kompletten Auslastung der Halle (120 Personen). Außerdem leben 7 Personen in Rottach-Egern, deren Asylantrag anerkannt wurde und weitere 3 Personen, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben und die in Wohnungen der katholischen Kirche untergebracht sind.

Bis Ende 2015 waren im Landkreis Miesbach insgesamt 1.561 Personen untergebracht.

Die Zuweisungen an Asylbewerbern durch die Bayrische Staatsregierung an den Landkreis Miesbach beträgt derzeit 33 Personen pro Woche.

Das Bundesland Bayern nimmt 15,3% aller Flüchtlinge auf, die nach Deutschland kommen.

Auf Oberbayern entfallen davon 33,9% und auf unseren Landkreis 2,2% der Personen.

(Quelle: Landratsamt Miesbach, Stand vom 2. Dezember 2015)

Wo leben die Flüchtlinge in Rottach-Egern?

Die Asylbewerber sind in einer Traglufthalle im Ortsteil Birkenmoos (Fußballplatz) untergebracht. Die Halle ist für ca. 120 Personen ausgelegt. Beispiebilder finden Sie unter der Rubrik „Aktuelles“.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Sie kommen aus Afghanistan, Mail, Sierra Leone, aus der Türkei, dem Iran, Uganda und Somalia.

Es sind Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren.

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Rottach-Egern?

Die rechtlichen Möglichkeiten, als „Flüchtling“ in Deutschland ein Aufenthaltsrecht geltend zu machen, sind sehr verschieden. So kann ein Flüchtling in Deutschland einen Asylantrag wegen politischer Verfolgung stellen oder aber auch Gründe vortragen, die zu einem befristeten Duldungsrecht (z.B. wenn kein Pass vorliegt oder Flüchtlinge nicht reisefähig sind) führen können. Manche Flüchtlinge werden im Rahmen eines humanitären Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen (z.B. besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge, ethnische Minderheiten). Andere Personen sind zwar aus ihren Heimatländern geflohen, kommen aber als Studenten, Familienangehörige oder Arbeitnehmer nach Deutschland. Aus all diesen verschiedenen Aufenthaltsrechten leiten sich andere Folgerechte ab, zum Beispiel in Bezug auf die Aufenthaltsdauer oder den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Rottach-Egern bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen.

Ausländerinnen und Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben, werden zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls von der Ausländerbehörde in ihr Herkunftsland oder einen anderen sicheren Drittstaat zurückgeführt.

Welche Leistungen erhalten die Asylbewerber?

In den Erstaufnahmeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften werden den Flüchtlingen meist neben der Unterkunft, das Essen auch Sachleistungen wie zum Beispiel gespendete Kleider gestellt. Für ihre persönlichen Bedürfnisse erhalten sie ein gesetzlich fixiertes Taschengeld: Alleinstehende bekommen 143 Euro im Monat. Erwachsene, die als Partner einen Haushalt teilen, bekommen je 129 Euro. Wer sonst noch im Haushalt lebt, erhält 113 Euro. Für Kinder stehen den Familien je nach Alter zwischen 85 und 92 Euro zu.

Die aktuellen Leistungssätze betragen:
Taschengeld          143,00 € ( Beispiel: Alleinstehende(r))
Nahrung/Getränke 141,85 €
Hygiene                   7,19 €
Bekleidung             33,57 €

(Quelle: Landratsamt Miesbach, Stand: 21.1.2016)

Die Sicherung des Lebensunterhaltes der Flüchtlinge ist im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) geregelt. In den ersten 15 Monate des Aufenthalts in Deutschland sind folgende Leistungen vorgesehen:

  • Grundleistungen für Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege, Gebrauchs- und Verbrauchsgüter im Haushalt
  • Taschengeld für persönliche Bedürfnisse im Alltag (Beträge siehe oben)
  • Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt
  • Bei besonderen Umständen auch weitere Leistungen, die vom Einzelfall abhängen (z.B. bei Pflegebedürftigkeit)

In den Einrichtungen des Landes erhalten die Personen die o.g. Grundleistungen als Sachleistungen, das Taschengeld als Geldleistung.

Nach Verlassen der Landeseinrichtungen erhalten die Flüchtlinge diese Leistungen als Geldleistung. Der Umfang der Geldleistung liegt geringfügig unterhalb der Bedarfssätze der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII oder den Bedarfssätzen nach „Hartz IV“ (ALG II). Zur Deckung besonderer Bedürfnisse, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, werden zusätzliche Leistungen gewährt.

Sobald sich Asylbewerber 15 Monaten im Bundesgebiet aufhalten und sie ihre Aufenthaltsdauer nicht rechtsmissbräuchlich selbst beeinflusst haben erhalten sie Leistungen, die der Sozialhilfe nach dem SGB XII entsprechen.

Hier finden Sie einen Artikel des Münchner Merkur, bei dem die Leistugen an Asylbewerber beschrieben sind:

Wie werden die Menschen in der Unterkunft betreut?

Die Beratung und Begleitung wird durch das Landratsamt, die Asylsozialberatung (Verein "Hilfe von Mensch zu Mensch") und den Helferkreis geleistet. Diese übernehmen die erste Kontaktaufnahme und begleiten die Asylsuchenden in die Unterkunft. Sie helfen bei den ersten Integrationsschritten, bieten Unterstützung nach positiven und negativen Asylantragsentscheidungen und helfen, den Alltag zu strukturieren und zu bewältigen.

Schwerpunkte der Betreuung sind:

  • Asylverfahrensberatung
  • Unterstützung in praktischen, gesundheitlichen und familiären Problemen
  • Sicherstellung der materiellen Existenzgrundlage
  • Unterstützung bei Kita- und Schulbesuch
  • Konfliktvermittlung intern/extern

Ziel der Betreuung ist es, die Bewohnerinnen und Bewohner den reibungslosen Einstieg in das Leben in einem neuen Umfeld zu ermöglichen und in das nachbarschaftliche Umfeld zu integrieren. Bei Bedarf kooperieren die sozialen Dienste dazu mit Ämtern, Organisationen sowie Verbänden und vermitteln ehrenamtliche Personen. Neben der professionellen Beratung und Betreuung leisten auf diese Weise viele Bürger wertvolle Unterstützungsarbeit.

Konkret vor Ort in der Traglufthalle ist ein Kümmerer, der Hausmeistertätigkeiten übernimmt und die Asylbewerber anweist und unterstützt. Außerdem ist rund um die Uhr ein dreiköpfiges Securityteam anwesend. Organisiert durch den Helferkreis, sollen täglich für ca. 2 Stunden ehrenamtliche Helfer nach dem Rechten sehen. Abgerundet wird die Betreuung von der Asylsozialberatung, durch die ein(e) ausgebildete(r) Sozialarbeiter/in täglich vor Ort ist.

Warum kommen so viele Flüchtlinge nach Deutschland und wie läuft das Verfahren ab?

Aufgrund verschiedener Krisenherde in der Welt sind derzeit rund 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Sie fliehen vor Gewalt, Krieg, Verfolgung und häufig bitterer Armut.

In der Regel fliehen die Betroffenen zunächst in die Nachbarländer. Viele Menschen machen sich aber auch auf den Weg nach Europa, das politische Stabilität und eine Perspektive auf ein neues Leben verspricht.

Quelle: freiwilligenagentur-bielefeld.org

Die Flüchtlinge kommen in Bayern zuerst in eine Erstaufnahme-Einrichtung, kurz EAE. Die EAE werden vom Land betrieben und stellen den Beginn des Asylverfahrens sicher. Hier erfolgt auch die Registrierung und Verteilung der Flüchtlinge. Daher bleiben die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung zwei Tage bis maximal zwei Wochen. Von der EAE kommen die Flüchtlinge in die Zentralen Unterbringungs-Einrichtungen des Landes( ZUE). Aufgrund hoher Flüchtlingszahlen erfolgt alternativ die Unterbringung in den kurzfristig eingerichteten landeseigenen Notunterkünften. Nach maximal vier Monaten werden die Asylbewerberinnen und Asylbewerber in bayrische Kommunen verlegt, die dann für ihre Aufnahme, Unterbringung und Betreuung zuständig sind. Jede Gebietskörperschaft muss entsprechend ihrer Bevölkerungsgröße und Fläche anteilig Asylsuchende aufnehmen (Königsteiner Schlüssel).

Welche weitere Regelungen gibt es für Asylbewerber (Asyl-Pakete der Bundesregierung)?

Die Bundesregierung hat sich auf mehrere Asyl-Pakete geeinigt, in denen der Umgang mit den Asylsuchenden geregelt wird. Es werden fast jeden Monat neue Regelungen und Vorschriften entworfen und verabschiedet.

Einen Überblick zur aktuellen Lagen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie. Bitte klicken Sie hier...